Domaine_Barraud

Domaine Barraud – Pouilly-Fuissé aus der Heimat des Chardonnay

Die Domaine Barraud in Vergisson erzeugt verschiedene Einzellagen-Chardonnays aus den bekanntesten Terroirs im Mâconnais: Pouilly-Fuissé, Mâcon-Village und Saint-Véran. Wussten Sie, dass die Traube Chardonnay ihren Namen dem Heimatort Chardonnay unweit von Mâcon verdankt? Da dürfte es kein Wunder sein, wenn aus dieser Gegend so typische und authentische Chardonnay-Weine stammen, die den passionierten Weinkenner ebenso begeistern wie den Neu(gier)ling oder Gelegenheitstrinker. Der einflussreichste Burgund-Weinjournalist Allan Meadows schreibt über die Familie Barraud auf burghound.com:

„I have said this before but I will say it again: no one makes better wine in the Mâconnais than Barraud.“

Nun denn, hier ist unser Angebot… 😉

Domaine Barraud, Chardonnay aus dem Mâconnais

Bereits die Fahrt zum Weingut der Familie Barraud nach Vergisson ist ein Erlebnis. Wenn man von Cluny über die eindrucksvolle route de vin statt der Schnellstrasse nach Vergisson fährt, öffnet sich nach jeder Kurve ein neues Panorama und die großen Felsen von Vergisson und Solutré rahmen die besten Terroirs des Mâconnais wie Tribünen ein. Meine Frau fragt mich, ob die Menschen hier wohl glücklich sind? „Bestimmt!“ Inmitten diesem wunderschönen Fleckchen Natur befindet sich direkt unterhalb des Roche de Vergisson das Weingut von Daniel, Julien und Martine Barraud. Ein echtes Familienweingut mit einigen verschiedenen Parzellen rund um Vergisson, die zu den Gemarkungen Mâcon-Village, Saint-Vêran und Pouilly-Fuissé gehören.

barraud

Während Barraud-Junior noch im Weinberg nach dem rechten sieht und der Ernte eines sehr vielversprechenden 2017ers entgegenfiebert, darf ich mit seinem Vater Daniel im Keller die 2015er Weine aus der Flasche wie auch ein paar 2016er aus dem Fass bzw. Tank probieren. Die Probe ist eine eindrucksvolle Reise durch die verschiedenen Lagen und Typizitäten des Mâconnais und dessen Geschichte.

Wir beginnen mit den Mâcon-Village-Weinen, von denen in 2016 wegen des Hagels leider nur ein Teil abgefüllt werden konnte. Ich entscheide mich für das beste Preis-/Leistungsverhältnis und bestelle sofort nach dem Probieren den 2016 Mâcon-Chaîntré „Pierrepolis“, weil er unverkennbar Chardonnay-typisch ist und dabei nicht versucht, mehr zu sein als er ist. Wer wie ich nicht jeden Tag Montrachet trinken kann, erhält einen fairen Einstiegswein mit einer guten Balance aus der kräftigen Chardonnay-Frucht und einer schön frischen Mineralik, die am gedeckten Esstisch bestens aufgehoben ist. Noch deutlich dichter gewoben und unverkennbar ein Burgunder ist der aus Saint-Véran stammende „En Crêches“. Hier überzeugt die cremige Dichte, Struktur und Länge des Weines und könnte für anspruchsvolle Gastronomen, Weinjournalisten und Weinfreunde wohl eine Art Referenz-Chardonnay darstellen, an dem es nichts zu mäkeln gibt.

Trotz aller Qualität und Reintönigkeit der ersten Weine, stammen die Pouilly-Fuissé aus Vergisson nochmal aus einer scheinbar anderen Liga. Eine Cuvée aus Trauben rund um Vergisson stellt so etwas wie den Querschnitt des Vergisson-Stils dar: der Alliance 2016 ist nochmal reintöniger und vor allem salziger als die Weine aus den umliegenden Ortschaften. Dieser nicht in Worte zu fassende Hauch an Klasse und Seriösität verleihen dem Wein seine Sonderstellung innerhalb der Hierarchie des Mâconnais. Sehr spannend ist es anschließend, die Unterschiede der Einzellagen herauszuschmecken, die von den Barrauds wunderbar herausgearbeitet wurden. Mich begeistert der 2015er Verchère, der wie Deutschland im Jahre 1989 zu einem Ganzen wiedervereinigt wurde. Aus dieser Hauslage direkt neben dem Weingut stammten die ersten Weine der Barrauds und aus diesen alten Reben entsteht ein dichter, cremiger Wein, der dank der Kalkschichten tief wurzeln muss und so neben allem Charme auch genügend Tiefe für einen großen Wein hervorbringt. Man kann den 2015er dank seiner üppigen Frucht jetzt und in den nächsten Jahren wunderbar genießen, während man auf den 2016er noch ein paar Jahre warten sollte. Nicht, dass er jetzt keinen Spaß machen würde, aber es wäre schade, wenn man sich um die sich langsam entfaltende Komplexität berauben würde. Es spricht aber wenig dagegen, jedes Jahr ein paar Flaschen zu genießen, um die Entwicklung zu verfolgen 😉

Die beeindruckendsten Weine der Probe sind die beiden 2016er „Les Crays“ und „En Bulland“ aus dem Tank, wo sie auf die Abfüllung warten. Nerviger, mineralischer und spannender als alle vorangegangen Weine, darf man den „Les Crays“ aus dem Kreidehaltigen Terroir direkt unterhalb des steilen Roche de Vergisson nicht unterschätzen. Ich bin mir sicher, dass hier ein ganz, ganz großer Chardonnay heranwächst, der es mit den großen Cru aus Puligny oder Chassagne aufnehmen kann. Bloß, dass man hier eine Magnum zum Preis einer Normalflasche aus dem Norden bekommen kann!

Im weißen Burgunderhimmel angekommen ist man beim „En Bulland„. Diese tiefe und volle Frucht, diese innere Energie, das extrem lang anhaltende Rückaroma dieses Chardonnay und die sich langsam entfaltende Komplexität sind für mich Qualitätskriterien, die Grand Cru-Tauglichkeit bescheinigen. Das französische Weinbauinstitut INAO führt in Kürze eine Premier Cru-Klassifizierung in Pouilly-Fuissé ein, was erst einmal ein wichtiger und richtiger Schritt ist, um die Qualität dieser Weine auch auf dem Etikett zu würdigen. Wie immer gibt es bei solch einer Klassifizierung auch diskussionswürdige Entscheidungen und Unzulänglichkeiten. Das stellt aber nicht die Qualifizierung per se in Frage und ist ein sehr guter Schritt für die phantastischen Weine des Mâconnais, um aus dem langen Schatten der großen Weine der Côte de Beaune herauszutreten. Die Zukunft ist Chardonnay!

Barraud

Nachfolgend unser Angebot von Domaine Barraud aus Vergisson:

 

(für weitere Informationen zu den Weinen und/oder Bestellung bitte diese direkt anklicken; Angebot gültig solange Vorrat reicht)

Barraud