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Château des Rontets: Ein Leben wie im Roman

Der Besuch des Château des Rontets erinnert mich unwillkürlich an einen Roman von Peter Mayle oder einen Film von Cédric Klapisch…: Der Mailänder Fabio Montrasi lernt beim Arechitektur-Studium die charmante Claire Gazeau aus Burgund kennen und tauscht schließlich seine Architekturkarriere gegen ein Leben auf einem Märchenschloß mitten in einem der schönsten Weinberge von Burgund ein. Während wir seine Weine kosten, gesellen sich Familienangehörige und Freunde hinzu: „Oh, es gibt Wein !?!“…

Fabio erzählt von der Filmpremiere Der Wein und der Wind, wie das Leben im Burgund dem Film gleicht und natürlich über sein gewonnenes Leben als Winzer. Die Weine sprechen dabei für sich selbst. Und sie beweisen, dass Wein höchst emotional sein kann und seine eigene Geschichten zu erzählen vermag…

Château des Rontets, Pouilly-Fuissé 2015

Das Weingut Château des Rontets von Claire und Fabio Montrasi-Gazeau befindet sich wenige hundert Meter oberhalb des wunderschönen, romantischen Örtchens Fuissé. Die Weine aus Fuissé sind dank ihres Granit- und Kalkhaltigen Terroirs die Besten im südlichen Burgund, dem nach seiner größten Stadt benannten Mâconnais. Die Monopol-Lage Rontets liegt direkt unterhalb des wunderschönen Anwesens und bezaubert das Auge des Verweilenden ebenso wie die Neugier des Weinreisenden. Ein vorzügliches Terroir auf einem der schönsten Weinberge Frankreichs. Ob es möglich ist, diese Schönheit in Flaschen zu füllen?

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Die Pouilly-Fuissé von Fabio werden sehr naturnah und ohne künstliche Eingriffe angebaut und dank der etwas kühleren, höheren Lagen etwas später geerntet als weiter unten im Ort. Die höheren Lagen garantieren den Weinen einen etwas niedrigeren pH-Wert, was der Frische und „Trinkigkeit“ eines kräftigen Chardonnay sehr entgegenkommt. Im Keller bekommen die Weine genau die Zeit, die sie benötigen, um sich abzurunden. Auch hier wird nicht interveniert, um die Früchte dieses außergewöhnlichen Terroirs nicht zu verfälschen. An einem schattigen Plätzchen neben dem Château präsentiert uns Fabio seine Weine (wir haben die Weine natürlich zu Hause nachverkostet, um die subjektive Beeinflussung dieser Szenerie bei der Beschreibung der Weine auszublenden…):

Der 2015 Pouilly-Fuissé Clos Varambon ist einer der emotionalsten Chardonnay, die ich bisher gekostet habe. Aus der Hauslage des Weingutes entspringt aus einem sehr sonnenreichen Jahr ein Wein, der süchtig macht: Schluck für Schluck entfaltet der Wein eine Weichheit und Cremigkeit sowie eine so wohlige Frucht, dass man geneigt ist, die Flasche zu Ende zu verkosten, bevor man sich an die anderen Weine heranwagt, In 2015 darf man nicht das Maximum an Komplexität erwarten (wie es 2014 oder 2016 eher bieten), sondern einen Wein, der einfach nur heute und die nächsten Jahre unglaubliuch viel Freude und Spaß macht, die Handschrift des Winzers trägt und eben diese besondere Schönheit in Flaschenform verpackt, nach der wir Weinnarren stets suchen (und manchen Winzern und Weinen gar Kultbegriffe hinterherschmeissen). Hier geht es nicht um Punkte und Analytik, hier geht es um WEIN!

Aus einer Lage von der anderen Seite des Weinberges mit deutlich mehr Granitanteil stammt der verrückte Stein: 2015 Pouilly-Fuissé Pierrefolle. Der Wein hat etwas mehr Alkohol als die anderen beiden Abfüllungen und er benötigt etwas mehr Zeit, um zu sich zu finden. Wer Geduld hat, bekommt hier einen guten Essensbegleiter voller Frucht, Mineralik und Kraft. Ich würde diesen Wein nicht für sich alleine trinken, sondern zum Steinbutt an Hummerschaum, mediterranen Loup de Mer oder einem Zander an Beurre Blanc. Wer keinen Fisch mag, darf natürlich auch ein Kalbsfilet mit Steinpilzen, Morcheln oder Pfifferlingen in Rahm je nach Saison von diesem Wein begleiten lassen…

Das größte Gewächs des Weingutes ist zweifellos der 2015er Pouilly-Fuissé „Les Birbettes“. Les Birbettes bedeutet „die Alten“ undstammt aus der besten und ältesten Parzelle von Rontets. Fabio glaubte nicht an die Überlegenheit alter Reben, doch ein Experiment mit einer Einzelabfüllung war so überzeugend, dass Fabio sich eines besseren belehren ließ und fortan seine ältesten Reben separat ausbaute. Die Birbettes sind auf einem Niveau, welches man nur von wahrhaften Grand Cru der Côte de Beaune kennt, weil sich zu der Schönheit des Clos Varambon noch mehr Komplexität und Tiefe hinzugesellt. Es gibt kaum größeren Weißwein, höchstens anderen. Und wieder sei angemerkt, dass es keine schlechten Jahrgänge gibt. Wer wie Fabio Montrasi aus jedem Jahrgang das beste herausholt und einen Wein architektonisch so perfektioniert, macht Jahrgangskärtchen überfllüssig und schenkt uns besondere Emotionen; danke, Fabio!

Über Beaujolais mögen viele Weinkenner die Nase rümpfen (mich inbegriffen…). Aber seit einigen Jahren revolutionieren junge Wilde die Appelation mit traditionellen Weinen, die nicht dem Pinot Noir hinterhertropfen, sondern eine ganz eigene Gattung darstellen: Weine für Verliebte! Was gibt es schöneres als das Glas voller Rosen und Geigen, aphodisierender Gewürze und einer Leichtigkeit, dass das Herz schneller schlägt? Ich erspare Ihnen jetzt eine akribische Weinbeschreibung, da ich den diesen Saint-Amour ausschließlich an Verliebte verkaufe… 😉

Nachfolgend unser Angebot vom Château des Rontets:

 

für weitere Informationen zu den Weinen und/oder Bestellung bitte diese direkt anklicken; Angebot gültig solange Vorrat reicht)

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