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Le Piane – Die faszinierende Geschichte von Boca

Es gibt Weine, die erzählen die ungeschminkte Geschichte einer Region mit all ihren Höhen und Tiefen. Christoph Künzli erzählt mir bei meinem Besuch in seinem hochgelobten Weingut Le Piane gleich drei fesselnde Geschichten: die von Boca, die von Le Piane und natürlich seine eigene…

Wussten Sie, dass das nördliche Piemont mit über 40,000 Hektar Mitte des 19. Jahrhunderts das größte und einflussreichste Weinbauangebiet Italiens war? Lange bevor der Barolo zu seinem Weltruhm gelangte, war es der sogenannte „Spanna“ aus Ghemme, Gattinara, Sizzano oder Boca, der die Weinliebhaber seinerzeit in seinen Bann zog. Doch zwei Kriege sowie die florierende Textil- und Keramikindustrie ließen die Winzer ihre Rebflächen verlassen und so waren in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gerade mal noch winzigste 10 Hektar Rebfläche übrig. Wie im Dornröschenschlaf verwaldeten die Weinberge und versteckte sich die einzigartige Schönheit dieser Rebhänge. Es brauchte einen visionären „Weinprinzen“, um das Potential dieser vergessenen Region aufzuwecken. Die Fachpresse dankt es ihm inzwischen jubilierend und so langsam wird der Weinkenner wieder mit dem Namen „Boca“ umworben.

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Heute sind etwa 700 Hektar der märchenhaften Region um Boca mit Wein bepflanzt.

Der schweizer Weinhändler Christoph Künzli besuchte mit seinem leider viel zu früh verstorbenen Freund und Önologen Alexander Trolf das kleine Örtchen Boca und traf sich mit einem der letzten ansässigen Winzer, Antonio Cerri. Dieser gab mit über 80 Jahren den Weinbau auf und erlebte noch, wie Christoph und eine Hand voll befreundeter Investoren seinen Weinberg, sein Weingut und einige alte Flaschen erworben, um Boca seinen verdienten Glanz zurück zu geben. Das Weingut wurde nach den terrassierten Hochebenen „Le Piane“ getauft (mit etwa 400 Metern die höchstgelegenen im Piemont) und alte Weinstöcke wurden in ideologischer Kleinstarbeit mühsam freigelegt. Die ansässigen Ämter wurden um die Anlage von begeh- und befahrbarer Zuwege in das Projekt mit einbezogen und inzwischen gibt es noch weitere Weinprinzen, die dieser Gegend wieder gemeinsam Leben einhauchen. Es erinnert ein bisschen an die Erfolgsgeschichte des Priorat Ende des letzten Jahrtausends.

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Erneuerung oder Erlösung? Das neue alte Weingut Le Piane in Boca.

In den alten Gemäuern von Antonio Cerri baut Christoph seine Weine sehr behutsam und minimalinvasiv aus. Dem Weingut sieht man seinen langen Dornröschenschlaf noch ungeschönt an und Modernisierungen erfolgen behutsam nur da, wo es der Qualität des Weins zuträglich ist. Von den Porphyrhaltigen Böden erzeugt das kleine Team um Christoph auf naturnahe Art und Weise einen Charakterwein, der sich vor den großen Namen des Piemont überhaupt nicht zu verstecken braucht. Aus Nebbiolo und etwas Vespolina erzeugt er seinen von Galloni und dem Gambero Rosso stets höchstbewerteten Boca und aus jüngeren Rebanlagen einen wunderbaren, zarten „Mimmo“. Während ersterer mit zunehmender Reifezeit immer komplexer und von der Wirkung einem großen Burgunder näher kommt, ist letzterer ein herrlicher Entspannungswein zur Schonung der Boca-Bestände im Keller.

Neben dem aktuellen und früh zu genießenden, leckeren Mimmo bieten wir Ihnen den 2011er und den 2012er Boca an. Der 2011er Boca stammt aus einem heißen Jahr und legt mit zunehmendem Luftkontakt und Kellerreife an Eleganz zu. Er ist der bisher höchstbewertete Boca, da er eine seltene Spannung aus der Kraft des Jahrgangs mit einer nördlich anmutenden Finesse eindrucksvoll kombiniert. Mein persönlicher Lieblingswein ist der 2012er. Er ist zart und federnd; ich werde die Fassprobe bei Christoph Künzli nie vergessen. Wie ein wahrhaftiger Monprivato von Mascarello oder ein Burgunder Grand Cru hat mich der Wein ob seiner etherischen Düfte, seiner spielerischen Leichtigkeit bei großer aromatischer Tiefe in seinen Bann gezogen. Ich habe fast nie einen besseren Wein probiert, höchstens einen anderen…

Nachfolgend unser Angebot von Le Piane aus Boca:

für weitere Informationen zu den Weinen und/oder Bestellung bitte diese direkt anklicken; Angebot gültig solange Vorrat reicht)

 

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Rebberge werden in den besten Lagen teilweise komplett neu angelegt.

Da die weltweite Nachfrage das limitierte Angebot von Le Piane bei weitem übersteigt, werden weitere Rebberge in den besten Anlagen neu angelegt. Bis hier ein Wein entsteht, der den Namen Boca verdient, vergehen aber noch einige Jahre. Bis dahin dürfen die ersten Ernten in den floralen, leicht orangentönigen Mimmo einfließen und die Liebe zu einer faszinierenden Region bezeugen.

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Ohne Intervention soll der Boca den Ausdruck seines Terroirs direkt in die Flasche bringen.

Sympathisch, zurückhaltend und mit einer großen Lebensaufgabe unterwegs, erzeugt Christoph Künzli seine Weine auf traditionelle, möglichst unverfälschte Weise. Und sein Wein erzählt im Glas gleich drei faszinierende Geschichten…

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Christop Künzli, der Prinz von Boca und seine Weine; was für eine schöne Lebensaufgabe!

PS: Weitere spannende Informationen und Bilder finden Sie hier.

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