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Domaine Parent – „Ever energetic and always smiling“

Domaine Parent wird von Anne Parent und ihrer Schwester Cathérine Fages-Parent heute bereits von der 12. Generation der Familie Parent geleitet. Auch wenn Thomas Jefferson einst diese Weine ins weiße Haus importierte, waren die Zeiten und die Weine wohl nie besser als heute. Der bekannte Weinjournalist Allan Meadows bezeichnet Anne Parent als „ever energetic and always smiling“. Die zu den führenden Winzerinnen Frankreichs gehörende Anne Parent scheint ihr Naturell auch auf den Wein zu übertragen:

Nach den herausragenden, vollfruchtigen und dabei doch eleganten 2015er Burgundern („Yum! Yum!“), begegnen einem die 2016er Weine voller Energie, großer Komplexität, schwer in Worte zu fassender Terroir-Ausprägung und dabei auch immer irgendwie mit einem Lächeln.

Wenn Sie mich fragen, welche Weine ich mir auf der berühmten und doch auf keiner nautischen Karte zu findenden einsamen Insel wünschen würde, dann wären das ohne jeden Zweifel die Burgunder! Dieses mich nachhaltig verfolgende Parfum, der aphrodisierende Körper und der schier endlos lange und doch nicht zu entschlüsselnde Nachgeschmack verzaubern meine Weinseele. Kein anderer Wein dieser Welt mag mich trotz unbestreitbarer Exzellenz auch anderer Provenienzen auch nur annähernd so zu berühren wie es die Burgunder tun. Natürlich hat solch ein Traumelixir auch seinen Preis, was mir auf der einsamen Insel mangels KaDeWe, Mercedes-Filialen, Finanzbehörden oder anderer Budgetfallen aber nicht wirklich Sorge bereitet. So passen die weißen Burgunder wie kaum ein anderer Wein zum selbst geangelten Meeresfisch, der frisch gegrillt und mit selbst gewonnenem Meersalz gewürzt, den Abend zum geniesserischen Highlight promoviert. Und – Sie ahnen es sicher bereits – der klischeehafte Sonnenuntergang wird mit einem roten Burgunder, dessen Duft die Bucht verzaubert, wohltuend in Szene gesetzt… Doch genug der Träumerei, back to wine:

Die beiden Parent-Erbinnen haben vieles behutsam, aber doch nachhaltig verbessert, ohne dabei ihre Wurzeln und Traditionen zu verlassen oder den sehr guten Weinen ihres Vaters die kalte Schulter zu zeigen. Nach biologischer Weinbergsarbeit ist man inzwischen von der Biodynamie überzeugt und das Demeter-Siegel wird wohl bald die Flaschen schmücken. Im Keller werden die Trauben entrappt, wenn der Jahrgang die Kerne nicht reif werden lässt. In qualitativ großen Jahren wie 2015 oder 2016 bleibt hingegen ein Teil der Trauben unentrappt und das ist auch gut so! Das verhilft zu einer besseren Maischung und im Glas des Weinkenners entsteht dieses Parfum, welches man durch geschlossene Türen riechen kann. Heimlichtrinkerei funktioniert in dieser Liga nicht 😉

Mitten im antiken Pommard residiert die Domaine Pommard in einem wunderschönen Gebäude samt funktionaler Nebengelasse.

Eine Beschreibung aller Domaine Parent-Weine dauert wahrscheinlich länger als deren limitierte Verfügbarkeit. Ich versuche, einen snap shot zu geben: der weiße Corton ist schlicht und ergreifend einer der besten Weißweine der Welt! Eine außergewöhnliche Komplexität trifft auf die Typizität der weißen Corton-Weine und macht sie unverwechselbar mit denen aus Meursault oder Chassagne bzw. Puligny. Konzentration ohne Schwere, Kraft ohne Ermüdung und Finesse ohne Gewichtsverlust treffen hier im Glas auf einen glücklichen Verkoster. Dabei gehört dieser weiße Riese glücklicherweise zu den noch eher unentdeckten Highlights dieser an Superlativen nicht gerade armen Region.

Man sagt, die Bezeichnung „Pommard“ stamme von der Göttin „Pomona“ ab, die sich in der Antike für Früchte und Gärten verantwortlich zeichnete. Sehr fruchtig geht es auch in der an diese Götten adressierten Bourgogne Selection zu. Ein mitreissender Burgunder für die Abende vor dem Aufbruch auf die weite See… Der Pommard übertrifft in seiner Güte, Struktur und Eleganz seine Village-Klassifikation um Bootslängen: hier paaren sich das Parfum der perfekten Trauben mit der Komplexität seiner Herkunft zu einem wunderbaren Burgunder. Man spürt wieder das energetische und die Spannung in diesem Wein, die sich am Ende dank ihres „sappy lift“ (Sarah Marsh) sinnlich lächelnd verabschiedet. Doch wir setzen trotz aller Schönheit der Basisweine die Reise durch das Rotweinprogramm der Domaine fort und enden schließlich bei zwei Perlen, die es zu entdecken gilt: Der Premier Cru Epenots würde bei einer Neuklassifizierung der Premier Crus ebenso wie Rugiens um eine Beförderung zum Grand Cru buhlen: Feinheit, Eleganz, Grazie, Anmut und Schönheit sind hier die Attribute im Gegensatz zu dem maskulineren, festeren und unnachgiebigem Rugiens von der anderen Seite des Dorfes. Den Epenots von Parent beschreibt Burgund-Kennerin Sarah Marsh mit den Worten „velvet elegance, cloaked with fruit, harmony, very long, satin textured finish“. Definitive Grand Cru-Qualität. Im Vergleich zu diesem Wein ist der Corton Renardes noch etwas floraler, voller energischer Spannung mit einem druckvollen Finish, welches auch etwas Süßholz und dunkle Kirschfrucht enthält. Der Wein besitzt so viel Dichte, dass man das komplett neue Holz nicht spürt (während der Epenots nur zur Hälfte im neuen Holz ausgebaut wurde).

Nachfolgend unser Angebot der Domaine Parent aus Pommard (inklusive ein paar Magnumflaschen für Ihre Insel) und hinter jedem Wein steckt noch eine etwas objektivere, ausführlichere Beschreibung als vorangestellt…; ein paar 2015er sind übrigens auch wieder da!!!

 

(für weitere Informationen zu den Weinen und/oder Bestellung bitte diese direkt anklicken; Angebot gültig solange Vorrat reicht)

Diese Weine berühren mich beim Verkosten auf ähnliche Weise wie Allan Meadows, Sarah Marsh oder Neil Martin und ich gewinne etwas der über den langen Tag verloren geglaubten Energie zurück und lächle der Welt zu. Ist es nicht genau das, warum wir so viel Wein an Bord haben?

PS: Spannende und informative Verkostungsnotizen dieser Weine von Sarah Marsh finden Sie übrigens hier.