franck balthazar

Franck Balthazar – Cornas at its very best – 2016 ist da!

Franck Balthazar baut seine Weine in nächster Nähe von der Kult-Domaine von Thierry Allemand aus. Dabei gibt es nicht nur eine geographische Nähe der beiden Keller, sondern auch in den Weinbergen (beide besitzen alte Reben in Chaillot) und in der Weinbereitung (Ganztraubenvergärung, naturnaher Anbau und minimalinvasiver Ausbau) haben beide vieles gemeinsam. Durch die aufopferungsvolle Arbeit in den Weinbergen gehören beide Domainen inzwischen neben der bekannten Familie Clape zu den Top 3 von Cornas. Die Qualitätsdichte der wild-mineralischen Syrah aus Cornas ist inzwischen so hoch, dass diese Weine weltweit stark gesucht und von den Weinkarten der Sternegastronomie nicht mehr wegzudenken sind.

Der Jahrgang 2016 spielte dem eleganten Stil von Franck Balthazar voll in die Hände und hat seine vielleicht bisher beste Kollektion hervorgebracht. Während die massiveren 2015er eine lange Lagerzeit benötigen, werden die 2016er schon etwas früher viel Freude bereiten. Aber Vorsicht! Auch diese Weine werden mit zunehmender Lagerung immer mehr Komplexität und Größe erlangen. Ganz so wie die des illustren Nachbarn…

Vor mir steht ein Glas 2016er Cornas Cuvée Casimir Balthazar, damit diese Weinschreibe nicht rein theoretisch erfolgt… Anfänglich ist das einerseits noch etwas unsortiert (Frucht, Tannine, frische Noten nebeneinander), andererseits aber auch schon sehr vielversprechend (florale Noten, Durck, Oliventapenade…), so daß ich den Wein erst einmal dekantiere, damit sich die geschmacklichen Komponenten besser integrieren können…

Wann ist eigentlich der ideale Zeitpunkt für einen Cornas? Angesichts der festen Struktur, Mineralität und Tiefe bin ich geneigt, 8 bis 10 Jahre der Geduld zu empfehlen. Glücklicherweise sind diese Weine aber mit sehr wenig bis gar keinem Schwefel ausgebaut, so daß die Reduktionsphase nur sehr kurz ist. Glaubt man dem Rhônewein-Journalisten John Livingstone-Learmonth, so ist der 2016er nicht nur der bisher besten Jahrgänge dieses Weines, sondern er empfiehlt für „guilty pleasure, drink this young!“. Ein anderer Rhône-Kenner, Josh Reynolds von vinous, schwärmt von Brombeeren, Cherry Cola (sic), exotischen Gewürzen und sogar etwas frisch gemahlenem Pfeffer. Etwa 6 Monate nach der Abfüllung schreit der Wein bereits nach Cornas, da die Olivenfraktion und Mineralik mehr und mehr zur Geltung kommen. Ein beeindruckendes Potpourri an floralen, fruchtigen und würzigen Komponenten.

Bevor es mit der Verkostung und den anderen Weinen von Franck Balthazar weiter geht, möchte ich nicht versäumen, Ihnen die aktuellen Weine anzubieten (und dem Cornas noch etwas Zeit und Luft zu geben ;-):

Nachfolgend unser Angebot von Franck Balthazar aus Cornas:

 

für weitere Informationen zu den Weinen und/oder Bestellung bitte diese direkt anklicken; Angebot gültig solange Vorrat reicht)

Cornas

Die steilen Terrassen von Cornas kurz vor der exzellenten 2016er Ernte.

Der Côtes-du-Rhône stammt übrigens aus zugekauftem Traubenmaterial aus dem malerischen Séguret. Der Wein besitzt die Balthazar-typische kristalline Strahlkraft und erst im Finish erkennt man den Hauch Wärme der südlichen Rhône. Ein gelungener Auftakt, der unbedingt eine Stunde dekantiert werden sollte, da er viel reifes Tannin besitzt, welches durch seine Frucht und Würze aber mehr als ausgeglichen wird.

Der Crozes-Hermitage ist ein wunderbarer Einstiegswein in die terroirs der nördlichen Rhône, ist er doch einer der seltenen, wirklich hervorragenden Vertreter dieser oft übersehenen Appelation. Der aus unentrappten, ganzen Trauben hergestellte Wein besticht durch Frische, viel Verve und einer für diese Region seltenen Klasse. Bravo!

Der Cornas Sans Souffre (ohne Schwefel) zeigt sich wie gewohnt schon etwas nahbarer, trotz seiner immensen inneren Konzentration als der Chaillot. Leider wurden in 2016 nur sehr wenige Flaschen dieses Weins gefüllt: ganz im Stile von Thierry Allemand, der ebenfalls ein paar seiner wenigen Fässer ohne Schwefel ausbaut. Reife Brombeeren, Kirschlikör, etwas Rauch und feinste, schwarze Oliven in Flaschenform! Sehr kraftvoll und voller Energie wird er unsere Sinne beschäftigen und all die schwarzrotblauen Frucht-, Schokoladen- Terroir- und Gewürzaromen werden von einem salzigem Säurekern getragen, so daß der Wein wie ein Kunstwerk daherkommt.

Zu guter Letzt ist der Cornas Chaillot aus teilweise über 100 Jahre alten Reben das Prachtstück dieser kleinen Domaine. Der 2016er verströmt ein extrem komplexes Potpourri aus Cassis, Würzigkeit, Kirschkompott und Weihrauch, dass man gar nicht aufhören möge, den Wein nur zu riechen. Dahinter lauert eine außergewöhnliche Mineralik und setzt im sehr langen Abgang eine Explosion aus dunklen Früchten, Salzigkeit und perfekt ausgereiften Tanninen frei. Das ist ein wahrhaftig faszinierender und dabei stets elagant bleibender Wein!

Doch zurück zu meinem heutigen Probeglas der Cuvée Casimir Balthazar (Hommage an Francks Großvater). Bereits nach gerade mal etwa 30 Minuten in der Karaffe besticht dieser Wein vor allem durch seinen geschmeidigen, sanft schnurrenden, anschmiegsamen Körper. Er legt sich vorsichtig auf die Zunge und hinterlässt ein wunderbares Wohlgefühl aus herrlich lang anhaltenden dunklen und saftigen Fruchtaromen. Keinerlei Reue überkommt mich, ob des zu jung geöffneten Weines und ich verstehe beim Trinken, was John L.-L. mit „guilty pleasure“ meinte. Es kann so schön sein, sich ein bisschen schuldig zu fühlen…

franck balthazar

Eine Verkostung mit Franck Balthazar ist ein highlight für jeden „großen“ Weinfreak!