yannick amirault

Yannick Amirault – Tour des vins de France 1. Etappe

Yannick Amirault und sein Sohn Benoît erzeugen natürlich die besten Cabernet Franc aus Bourgueil und St. Nicolas de Bourgueil. Während Clos Rougeard natürlich längst zum Objekt für Investoren mutiert, sind wir sehr froh, eine ebenso natürlich erzeugte Alternative anzubieten: Die beiden exzellenten Jahrgänge 2016 und 2017 haben Weine hervorgebracht, deren Charme und Anmut natürlich unmittelbar begeistern! Dabei dürfen wir natürlich die Langlebigkeit und damit verbundene Eleganz und Finesse dieser natürlichen Weine nicht vergessen. Nun aber genug des Primings

Auf unserer diesjährigen Tour des vins de France haben wir die Champagne hinter uns gelassen und betouren artig das Weltkulturerbe, die Schlösser der Loire. Ob kulturell oder kulinarisch, hier wird keinem langweilig und bei einem Glas Bourgueil von Yannick Amirault kann man schon mal ins nostalgische Schwärmen geraten. Dabei benötigen diese Weine gar keine Erinnerungen, man erinnert sich an sie selbst! Seit die Welt genug von Marmeladenbombern im Glas hat und der Klimawandel die Anzahl sehr guter Jahrgänge an der Loire trotz aller Sorgen vorteilhaft mehrt, spielen diese cool climate-Weine groß auf. Eine seidige Textur, unterschiedliche Terroirs in walking distance und dabei stets erfrischend statt ermüdend steht hier auf dem Programm. Und eine ambitionierte Küche lässt sich kaum schöner untermalen als mit einem eleganten Loirewein! Eine halbe Stunde vor dem Trinken im normalen Kühlschrank auf Kellertemperatur gebracht (leider bauen heute viel zu wenige Architekten noch Keller…) und ab ins Glas und der Spaß ist da! Dabei darf man aber nicht übersehen, wie hervorragend diese Weine altern können. Loire-Cabernet Francs aus den letzten 30, 40 Jahren können immer noch wundervolle, unvergessliche Weinerlebnisse sein!

 

Yannick Amirault

Der Keller der Domaine Yannick Amirault.

Leider gab es dieses Jahr bei Benoît Amirault nicht alle Weine zu kosten. Der starke Frost in 2016 hat den Petite Cave sowie den Quartiers komplett vernichtet. Glücklicherweise ist das, was der Frost nicht erwischte sehr gut geworden und so feiert die Loire nach drei schwachen Jahren mit 2014, 2015, 2016 und 2017 nun schon vier zumindest qualitativ sehr gute Jahrgänge hintereinander. Die Weine werden in großen und mittelgroßen Holzfässern ausgebaut, der Spitzenwein „Malgagnes“ auch in einer Amphorenversion. Diese Osterweine scheinen überall in Mode zu sein und Benoit erklärt mir in schnellem französisch die Vorzüge der Amphore, die im wesentlichen in einer anderen Bewegung des Weines während der ersten Monate liegen. Probiert man den „normalen“ mit dem „Amphorenwein“ stellt man sofort sehr viele Unterschiede fest. Jung gefällt mir die normale Version besser, weil einfach hinreißend anmutig (und voll saftiger Beeren und Schlehen). Bei der Amphore meine ich einen Tick mehr Säure und weniger Integration zu spüren. Ich bin aber überzeugt, dass letzterer sehr lange exzellent reifen wird und irgendwann zum Besten gehören wird, was die gesamte Loire an Rotweinen zu bieten hat!

La Coudraye ist der Einstiegswein der Familie Amirault, auch wenn man so einen schönen Cabernet Franc eigentlich mit dem Wort „Einstiegswein“ etwas zu Unrecht degradiert. Der Wein versprüht eine unmittelbare Art und eine saubere Frucht, die nicht nur Spaß macht, sondern auch zeigt, dass Cabernet Franc aus einem cool climate naturnah angebaut, ein unverzichtbares Element der Weinperiode darstellt. La Mine aus dem Nachbarort St. Nicolas (der sich eigentlich eher durch den Namen als den Boden unterscheidet, der fließend überzugehen scheint) besitzt noch einen Hauch mehr Dichte und Saftigkeit. Kühle rote Früchte, die bestens zum Käse passen (für die, die nicht so gerne Weißweine zum Käse servieren). Der Grand Clos ist deutlich verschlossener als der Malgagnes und wird einige Jahre der Reife mit einer erhabenen Komplexität belohnen. Ein 2012er zur Reisevorbereitung fing gerade an, sein Fenster zu öffnen…

Bei all den pracht- und fruchtvollen Rotweinen darf man den Rosé d´Equinoxe nicht verpassen. Meistens in wenigen Tagen ab Weingut und -händler ausverkauft, ist das für mich einer der drei besten Roséweine überhaupt (wobei mir die anderen beiden gerade nicht einfallen … ;-). Nicht zu kräftig wie manchmal in der Provence und auch nicht zu leicht wie oft hierzulande. Das ist ein ernster und doch fröhlicher Wein, der zum Herbst passt und eher einem Blanc de Noir als dem sonnigen Rosé gleicht. Ein echter Genuss!

Folgende Weine können wir Ihnen von Yannick und Benoît Amirault aktuell anbieten (für weitere Informationen zu den Weinen und/oder Bestellung bitte diese direkt anklicken):

 

Yannick Amirault

Wir haben sie hinter einigen Weinfässern entdeckt, die Kanone, die die Etiketten der Amiraults schmückt.

Amirault bourgueil 1

Da stand sie schon, unsere gepackte Palette. In meinem Keller sind die Weine aber viel besser aufgehoben. Und in Ihrem?

benoit amirault

Benoit Amirault und sein größter Fan …