Vincent Caille

Vincent Caillé – Domaine Le Fay d homme – Muscadet – Tour des vins de France 2. Etappe

Vincent Caillé ist für uns so etwas wie die Entdeckung des Jahres. Ausgelöst wurde meine Suche nach den besten Muscadet durch eine „vergessene Flasche“ eines 2008er Muscadet-Sèvre-et-Maine. Als mir die Flasche aus dem Probierregal auffiel, hatte ich schon die Befürchtung, dass der Wein vielleicht hinüber wäre. Doch weit gefehlt! Ein Muscadet, wenn auf der Hefe ausgebaut („sur lie„) kann hervorragend altern und an Fülle, Komplexität und Dimension gewinnen wie ein Burgunder. Als wir im 2-Sternelokal „Anne de Bretagne“ direkt am Atlantik einen 2012er Muscadet „Monnières“ von Caillé zu Langustinen, Muscheln, Petersfisch und Seezunge genossen, öffnete sich für uns der Himmel über dem Atlantik. Was für ein wunderbarer Wein, der eine Chablis-ähnliche Textur besaß (und uns zum Essen auch noch mehr Spaß machte als ein wahrhaftiger 2005er Le Clos von Dauvissat…!) und sich mit dem Fisch zu einem atlantischen Erlebnis der Extraklasse hervorspielte. Ich musste gleich am Tag darauf sofort das Weingut besuchen, wo mir die sympathische Tochter des Hauses gleich alle Weine erklärte und zum Probieren gereichte. Wenn Sie Muscadet noch nicht auf dem Zettel haben, kann ich diese Weine mit angenehm moderatem Alkoholgehalt, schöner Finesse und erstaunlicher Alterungsfähigkeit nur wärmstens empfehlen! (Nebenbei sei bemerkt, dass die Weine natürlich sehr gut gekühlt genossen werden wollen, entgegen dem sich nicht für jeden erschließenden Trend, Naturweine zu warm zu trinken…)

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yannick amirault

Yannick Amirault – Tour des vins de France 1. Etappe

Yannick Amirault und sein Sohn Benoît erzeugen natürlich die besten Cabernet Franc aus Bourgueil und St. Nicolas de Bourgueil. Während Clos Rougeard natürlich längst zum Objekt für Investoren mutiert, sind wir sehr froh, eine ebenso natürlich erzeugte Alternative anzubieten: Die beiden exzellenten Jahrgänge 2016 und 2017 haben Weine hervorgebracht, deren Charme und Anmut natürlich unmittelbar begeistern! Dabei dürfen wir natürlich die Langlebigkeit und damit verbundene Eleganz und Finesse dieser natürlichen Weine nicht vergessen. Nun aber genug des Primings

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Castello di Monsanto – Old Love – Chianti Classico

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Weinerlebnisse in den 90er Jahren. Da probierte ich alle Chiantis bei Tengelmann durch, verstand die Bordeaux-Fans nicht wirklich und der Tignanello war der größte, für mich schier unerreichbare Wein. Lange Zeit habe ich mich quer durch die Welt getrunken und nun blinzelt mich dieser Chianti Classico aus meinem Glas an: wie eine alte Liebe, eine nach Hause kommende, melancholische Einkehr. Ich meine, Vergangenheit riechen zu können. Das so bekannte und einzigartige Terroir der Toskana mit all seinen balsamischen, rostigen und rotfruchtigen Noten. Wenn man die Sangiovese-Traube so zart behandelt, kann sie einen dem Barolo ebenbürtigen Wein hervorbringen, der seine Herkunft in alle Welt hinausträgt.

Laura Bianchi und ihr Team vom Castello di Monsanto erzeugen einen minimalinvasiven Chianti der Spitzenklasse. Hier stehen die Herkunft der Trauben, die Aromen der Toskana und die innere Balance vorne. Nichts wird übertrieben, nichts geschminkt, nichts weggelassen: ein Chianti Classico, der mich zum Träumen einlädt.

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Meursault Premier Cru

Meursault Premier Cru: Die ausgezeichneten 2016er der Domaine Latour-Giraud

Meursault Premier Cru ist aktuell die höchste Qualitätsstufe in Meursault, da es keinen Grand Cru in diesem historischen Weinbauort gibt. Doch die Qualität der besten Perrières und Genevrières steht den berühmten Grand Cru weiter im Sünden nicht nach. Lebte ein Meursault (zu) lange Zeit in den 70er, 80er und vielleicht auch noch 90er Jahren noch vom bekannten Namen und galt als überteuert, kann man heute dank der Qualitätsoffensive zahlreicher Winzer wieder von Weinen sprechen, die ihren Preis im Vergleich zu den besten Burgundern anderer Ortschaften wieder mehr als wert sein dürften.

Ein sympathischer Spitzenwinzer, der wie es Burgundkenner Clive Coates ausdrückt, zu den intelligentesten Weinmachern der Côte de Beaune gehört, ist Jean-Pierre Latour. Er hat die Domaine Latour-Giraud seiner Familie auf ein Niveau gebracht, welches Jahr für Jahr den berühmtesten Spitzenwinzern in Meursault qualitativ in Nichts nachsteht. Seine Weine verfeinern sich dabei „auf“ der Flasche ähnlich wie beim nur wenige Häuser weiter lebenden Jean-Francois Coche, besitzen eine Mineralik, die an die Weine des Filmstarwinzers Guy Roulot erinnert und offeriert eine Frische, die seinen eigenen, einzigartigen Stil prägen. Sein bekanntester Wein ist der Meusault Premier Cru Genevrières, wo er zwei exzellente Parzellen besitzt. Er besitzt weitere, in sehr kleinen Mengen ausgebaute Meursault Premier Cru, die seine unverwechselbare Handschrift tragen und gleichzeitig Ausdruck ihrer jeweiligen Terroirs sind.

Als ich gestern die frisch eingetroffene Palette mit 2015er und 2016er Weinen in den Keller einsortierte, war dies eine außergewöhnlich große Freude. Ich glaube, man kann als Weinhändler nicht so stark abstumpfen, dass man nicht bei jeder einzelnen Kiste Meursault Premier Cru Perrières, Genevrières, Puligny-Montrachet Premier Cru Champs-Canet und – nicht zu vergessen – seinem exzellenten Meursault Village und Bourgogne Blanc das Leben und die Vorfreude auf diese Weine geniesst. Nachfolgend finden weitere Informationen zu unserem Angebot… Weiterlesen

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Caberlot von Il Carnasciale und Syrah von Stefano Amerighi – Toskanische Kultweine

Caberlot und Syrah aus der Toskana? Kaum ein Weinland lässt so viele schöne Bilder im Kopf entstehen wie die Toskana: Pinienflankierte Alleen durch sommerliche Hügellandschaften mit kleinen Schlossgütern voller guter Weine! Gibt es eine Region auf der Welt, die so viele Subregionen hervorgebracht hat und diese zu beständigen Werten entwickelt? Ich denk an Chianti Classico, Brunello di Montalcino, Vino Nobile di Montepulciano, Bolgheri Sassicaia oder Ornellaia, Vernaccia di San Giminiano, Morellino di Scansano, die vielen sogenannten Supertoskaner und viele mehr. Neben dem Reimitz haben es mir zwei Weingüter angetan, die in Italien als Kultweine gefeiert werden und die das Spektrum an Spitzenweinen in der Toskana schier endlos erscheinen lassen:

Wenn Sie bereit sind, die klassischen Pfade zu verlassen oder einfach nur einen sauguten neuen Wein trinken wollen, sind Sie hier (Heisenberg zum Trotz) zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Stefano Amerighi erzeugt nur wenige Tausend Flaschen naturnahen Syrah in Cortona unweit von Montepulciano und Arrezzo im Süden der Toskana. Sein herrlicher Weingarten Poggiobello di Farneta bringt dank seines komplexen Bodens (kreidiger Kalk, Ton und Schiefer) und der skrupulösen biodynamischen Pflege einen der besten Syrah Italiens hervor.

Bettina und ihr Sohn Moritz Rogosky erzeugen zusammen mit ihrem Weinmacher Peter Schilling einen raren Wein, der nur in Magnumflaschen abgefüllt wird. Das betont seine Einzigartigkeit, denn die in den 60er Jahren entstandene Kreuzung aus Cabernet Franc und Merlot ist weltweit einzigartig. Auf den wunderbaren Hängen des Weingutes Il Carnasciale sind sie die Basis für etwa 3000 Magnumflaschen, die von Sternegastronomen und Weinenthusiasten nicht nur gesucht, sondern auch mit größter Freude entkorkt werden. Denn obwohl die Weine sich mit zunehmender Kellerreife verbessern, sind sie zum freudvollen Genusstrinken da. Eine Le Pin-hafte Finesse und Erotik gepaart mit dem toskanischen Terroir ergibt einen der größten und rarsten Weine von ganz Italien: den Caberlot! Doch es gibt auch etwas neues zu entdecken …

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Weingut Michel

Weingut Michel – Badischer Frühling im Burgunderland

Weingut Michel: Vor etwa 50 Jahren zog der Großvater von Josef Michel von Munzingen am Tuniberg nach Achkarren im Kaiserstuhl. Die Familie Michel lieferte fortan die Trauben der hinzugewonnenen Rebflächen an die örtliche Winzergenossenschaft. Als Josef Michel 1983 in das elterliche Weingut einstieg, brachte er es nicht übers Herz, die sorgsam angebauten Weintrauben weiter an die Genossenschaft abzugeben und legte den Grundstein für den Erfolg des Weingut Michel.

Aus besten Lagen in Achkarren sowie alten Reben vom Tuniberg bereitet die Familie Michel herrliche Burgunderweine, auf die selbst die französischen Nachbarn stolz wären. Voller Saft und Kraft vom Vulkan sind dies Weine, die einfach Spaß machen und das auf jeder Stufe der Qualitätsleiter.

Aus Liebe zu dieser Weinregion und meiner Heimat habe ich zur Illustration ein Bild von Wolfram Scheffel mit freundlicher Genehmigung des bekannten Künstlers ausgewählt.

Titelbild © Wolfram Scheffel

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Noerdliche Rhone

Nördliche Rhone 2015: Domaine Jean-Claude Marsanne und Vincent Paris

Nördliche Rhone 2015: Das bedeutet feinster Syrah voller Saft und Kraft! Heute möchte ich Ihnen zwei Neuentdeckungen dieser wunderschönen Weinregion vorstellen, die es zunehmend mit Bordeaux und Burgund in Sachen Qualität und terroir (Ortstypizität) aufnehmen kann:

Es gibt wohl kaum einen besseren Einstieg in die Weine der nördlichen Rhône als den St. Joseph. Stets ein unverkennbarer cool climate-Syrah mit dem Einfluss von Granit-haltigen Böden und dabei eigentlich immer vergleichsweise erschwinglich. Einer der klassischen Vertreter dieses Weinstils ist die Domaine Jean-Claude Marsanne, die einen Wein bereitet, der sich nicht nach Moden richtet, sondern die Quintessenz eines St. Joseph darstellt.

Die Weine von Vincent Paris aus Cornas stellen eine wunderschöne Interpretation dieser vielleicht aktuell hipsten Ortsweine Frankreichs dar. Während die Weine von Franck Balthazar oder Auguste Clape einige Jahre der Reife benötigen, sind diese skrupulös bereiteten Weine bereits jung voller überschwenglicher Frucht und Lebensfreude. Dabei fehlt es ihnen aber an nichts… und ich biete hiermit gerne an, dass Ihnen nichts entgeht 😉

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Unicorn Wine

Unicorn Wine: Reimitz 2014 ist da !!!

Haben Sie schon einmal einen Unicorn Wine getrunken?

Wenn ein winziger Weinerzeuger mit maximalem Streben nach Qualität nur ein paar tausend Flaschen Wein erzeugt, die einerseits eine exemplarische Ortsverbundenheit in unsere Gläser zaubern und andererseits weltweit so stark gesucht sind, dass man sie nahezu nicht auffinden und einkellern kann, dann spricht man heute gerne von Einhörnern. Die Winzer dieser Einhörner investieren ihre Mittel lieber in die Qualität des Weines, meiden den Presserummel und das Marketing und besitzen oft ein Charisma, welches sich so erfreulich stark vom Mainstream unterscheidet.

Sergio Manetti und sein Schwiegersohn Klaus Reimitz brachten bereits in den 80er Jahren den Mut auf, der zunehmenden Internationalisierung der Toskana entschieden entgegenzutreten. Und dies taten sie, indem Sie sich auf das fokussierten, was die Weine der Chianti-Hügel eigentlich ausmacht: Sangiovese! Sie bewiesen mit dem Pergole Torte, dass es keinen Cabernet Sauvignon braucht, um großen, ausdrucksstarken und vor allem komplexen Wein in der Toskana zu produzieren.

Klaus Reimitz denkt gar nicht daran, sich auf diesen Verdiensten auszuruhen und perfektioniert nun schon im vierten Jahrgang seinen eigenen reinsortigen Sangiovese-Wein in kleinsten, aber gut handhabbaren Mengen. Sein Reimitz 2014 ist für meinen Geschmack der schönste Sangiovese, den es aktuell zu jagen gibt und erkläre ihn hiermit folgerichtig zum unicorn wine. Und wenn Sie sich auch als Einhornjäger berufen fühlen, unterstütze ich Sie nachfolgend gerne bei Ihrem Beutezug…

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cote rotie levet

Nördliche Rhone 2015: Vignobles Levet und die Tür zum Burgund

Französische Weingüter schmücken sich zuhauf als Château oder Domaine. Der Erzeuger steht stolz im Vordergrund und dominiert das ihm untergetane Terroir. Die Familie Levet nennt ihr Weingut Vignobles Levet und das sagt schon einiges über die Einstellung einer sympathischen Familie.

Agnès Levet hat die Domaine vor einigen Jahren von Ihren Eltern übernommen und unternimmt alles, um Ihr Erbe mit Anmut, Ehrgeiz und Ruhe zu ehren. Im Vordergrund stehen die Reben (vignobles) und diesen wird ein immenser Aufwand und eine passionierte Hingabe zuteil. Auch nach der Ernte werden die gesunden Trauben mit Respekt und mit minimalen Interventionen behandelt. So entsteht ein Wein, der Maßstäbe setzt: Nördliche Rhone in Punkto Typizität und Authentizität vereint mit einer DRC-haftigen Duftigkeit. Das sind meine Inselweine!

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Claudio Alario Weinberg Barolo

Barolo 2013: Claudio Alario und seine Verbindungsweine

Als ich vor einigen Jahren das erste Mal das Weingut Claudio Alario in Diano di Alba gesucht hatte, war ich mir erst nicht sicher, ob ich an der richtigen Stelle war. Eine authentische einheimische Großmutter öffnete die Tür, sprach genauso wenig Englisch wie ich Italienisch und irgendwie schaffte ich es dann in ein gemütliches Wohnzimmer aus einer anderen Zeit. Schließlich unterbrach Claudio Alario seine Arbeit als Winzer, übernahm die aus Gesten bestehende Konversation und versuchte mir in einer Mischung aus Italienisch und Französisch die Weine zu erklären. Das war so ein Tag, den ich nie vergessen werde und der beweist, dass Wein keine besonderen Sprachkenntnisse benötigt: Er verbindet, er unterhält, er ist gastfreundlich, er verzeiht, er ist sympathisch und er lässt Erlebtes nicht in Vergessenheit geraten.

Claudio Alario und sein Sohn Mattia besitzen in den Höhenlagen von Diano di Alba wunderbare, alte Dolcetto-Rebanlagen sowie etwas hangabwärts einen Barolo, der sich so nicht nennen darf. Diese Weine sollte man nicht verpassen, weil sie die Sprache des Weins und der Lebensfreude vermitteln. Natürlich gibt es auch zwei große Barolo-Einzellagenweine zum Einkellern für kommende Verbindungsanlässe… Weiterlesen